Die 40er Jahre

1940
Ende Juni kann auf dem Birrfeld und 7 weiteren Flugfeldern ein bescheidener Flugbetrieb mit Windenstart im Umkreis von 5 km begonnen werden. Die Segelfluggruppen legen die Anfängerschulung in der Fliegerschule Birrfeld zusammen. Willy Kistner wird erster Hauptfluglehrer.

1941/1942
Das Material der Fliegerschule besteht aus 3 alten Zöglingen und den beiden Autowinden der Segelfluggruppen Brugg und Lenzburg.
Aargauer Piloten erleben in les Pleyades, Crans-Montana und auf dem Rochers de Naye die Schönheiten des Alpensegelfluges.

1943
Eine Flugschneise vom Birrfeld nach Grenchen wird für den Segelflug freigegeben und auch gleich eifrig benützt. Die Sektion Aargau bewilligt der jungen Akademischen Segelfluggruppe Zürich (AFG) zwischen Weihnachten und Neujahr ein Schulungslager mit eigenem Flugmaterial. Die Tradition der AFG-Lager ist in den folgenden Jahren nie abgebrochen. Im Segelfluglager Samedan mit 25 Segelflugzeugen und über 70 Piloten schätzen auch die Birrfelder den zwar unruhigen, aber doch mühelosen Aufstieg im starken Malojawind.

1944
Max Leder und Hans Schäfer werden von der Fliegerschule fest angestellt. 10 Vorunterrichtskurse unter Oberaufsicht des Aero-Clubs der Schweiz sind infolge des bescheidenen Flugmaterials und der fehlenden Infrastruktur eine grosse Belastung. Die Kursteilnehmer übernachten im Stroh im Restaurant Stollen in Hausen. Ein Schüler holt das Mittagessen per Velo mit einem Anhänger am Morgen früh in der Kaserne Brugg; das Wasser wird in einem Fass herangeführt. Militärische Strenge mit obligatorischem Frühturnen umrahmt die anspruchsvolle fliegerische Ausbildung.

1945
Der zweite Hangar, Büro, Aufenthaltsraum und die erste Etappe der Werkstatt werden eingeweiht, der Flugplatz an das Elektrizitätsnetz angeschlossen. Hans Hochstrasser löst Hans Schäfer in der Werkstatt ab.

1946
Der Doppelsitzer S-21 "Rüebliland" vereinfacht die Schulung. Er absolviert im Laufe der Jahre über 25000 Schulflüge ohne wesentliche Beschädigungen. Für 3000 Franken erwirbt die neugegründete Motorfluggruppe (MFG) einen Piper aus amerikanischen Armeebeständen. Die MFG erstellt den westlichen Hangar auf eigene Rechnung. Die beiden Militärpiloten Hans Schafroth und Fred Isler übernehmen vorübergehend die Motorflugschulung. 8 Segelflieger aus dem Birrfeld konkurrieren an den 1. Engadiner Segelflugwochen.

1947
Max Leder und Max Ritter besuchen in Lausanne den Motorfluglehrerkurs. Die SG Olten gründet eine eigene Sektion. Damit gehen die Oltener, mit denen wir während einem Dutzend Jahren Arbeit und Erfolge geteilt haben, ihre selbständigen Wege, begleitet von den besten Wünschen ihrer älteren Nachbarsektion.

1948
Die Zahl der Motorflugpiloten wächst rasch. Die MFG veranstaltet Ende der 40er Jahre mit grossem Erfolg Passagierflugtage in Würenlingen, Lengnau, Leibstadt, Beznau, Zofingen, Seon und im Siggenthalerfeld.

1949
Der Flugplatz erhält einen Wasseranschluss. Die Strohlager im Unterkunftsraum weichen ansprechenden Kajütenbetten; der Aufenthaltsraum bekommt eine gemütliche Ausstattung.