Ideen und Versuche

Der Aarauer Staatsmann Heinrich Zschokke (1771 - 1848) träumte mit dichterischem Seherblick vom befreienden Menschenflug: "....lernt man einst die Luft beschiffen wie das Meer, so gibt's eine Weltumwandlung, in der nichts bleibt, wie es gewesen".

Franz Xaver Bronner (1758 - 1850) nach einem abenteuerlichen Leben Kantonsarchivar in Aarau, versuchte den Traum vom Fliegen in die Tat umzusetzen. Als junger Mönch studierte er den Vogelflug bis in alle Einzelheiten. Auf den Spuren Leonardo da Vincis konstruierte er daraufhin einen mechanisch raffinierten Schlagflieger. Da seine Arm- und Beinkräfte nicht ausreichten, sich im nächtlichen Klostergarten heimlicherweise in die Luft zu erheben, blieb dem unsteten Idyllendichter das Dädalusschicksal erspart.

Als Vorfahre der Flugzeugmodellbauer kann Dr. Herrmann Krippendorf gelten. Um 1850 war er Lehrer für Physik an der Kantonsschule Aarau. Mit seinen aerodynamischen Anleitungen wollte der gestrenge Herr Professor der Jugend zu einer anregenden Freizeitbeschäftigung verhelfen. Seiner Zeit noch weit voraus, fand sein anspruchsvolles Hobby jedoch keinerlei Resonanz. Auch seine Idee, einen Flugkörper durch den Rückstoss austretender Luft anzutreiben, blieb für den erfinderischen Kantonsschullehrer damals noch ein Wunschtraum.
Anfang 1894, schon bald nach dem ersten Gleitflug Otto Lilienthals, bestellte Charles E.L. Brown, Mitbegründer von BBC, einen der acht "Normalsegelapparate" des Flugpioniers zum Preis von 500 Goldmark. Der Gleiter muss in Baden für Flugversuche gedient haben und dabei leicht beschädigt worden sein. Dr. Walter Boveri schildert im ersten Band seiner Erinnerungen, Charles Brown habe, trotz souveräner Beherrschung der Akrobatik auf dem Hochrad, sein Luftfahrzeug selber nie bestiegen. 1905 schenkt er den Gleiter dem Deutschen Museum in München, das den Brownschen Lilienthal-Eindecker an zahlreichen Ausstellungen zur Schau stellte und ihn schliesslich 1920 verschrotten musste.
1911 erwirbt der Mechaniker, Radrennfahrer und Wettinger "Sternen"-Wirt Hans Schmid nach dem Besuch der Fliegerschule von Pau (Frankreich) einen Sommer-Doppeldecker. Am Sonntag, den 23. Juli landet er von Dübendorf kommend nahe seinem Gasthof auf dem Wettingerfeld, wo er nach der Reparatur des zerbrechlichen Gefährts wenige Tage später ein vielbestauntes Schaufliegen veranstaltet. Weitere ähnliche Demonstrationen folgen in verschiedenen Schweizer Städten, so auch in Bern, wo der Flugpionier kurz nach dem Start abstürzt und verbrennt. Am 17. Oktober wird der Familienvater Hans Schmid als erstes Opfer der Schweizer Luftfahrt unter grosser Anteilnahme der Bevölkerung auf dem Wettinger Friedhof beigesetzt.

Zugunsten der Nationalspende für die Schaffung einer Schweizerischen Fliegertruppe führten Oskar Bieder und seine wenigen Aviatiker-Kollegen 1913 im ganzen Lande unermüdlich ihr Können vor, nach dem schon Damals gültigen Leitsatz "Kaltblütigkeit und Vorsicht". Zahlreiche Flugtage, auch in Aarau, Meisterschwanden und Rheinfelden, sowie Luftpostsendungen förderten erstmals den Fluggedanken in allen Kreisen der Bevölkerung. "Ich sah und spürte", schrieb Oskar Bieder, "wie die Heimat und das Volk sich auf meine Seite schlugen und wie das Vertrauen wuchs".

An die Flugtage am Hallwilersee von 1921 erinnert die Gedenktafel am Brunnen unweit des Landungssteges beim "Delphin". Die Postkarten -Nachdrucke eines der schönsten Aviatikplakate, vom Aarauer Kunstmaler Otto Ernst gestaltet, ruft den Flugtag bei Meisterschwanden vom August 1931 in Erinnerung. Riesige Zuschauermengen, so weiss ein damaliger Besucher zu erzählen, bewunderten von der natürlichen Ufertribühne aus die Fallschirmabsprünge in den See, die Segelflugdemonstrationen und die Passagiervolten der Wasserflugzeuge.

Luftraumverletzungen



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